Divination

Divination im core-schamanischen Sinne meint eine Methode, um Antworten zu erhalten. Dafür wird auf Wissen zugegriffen, welches mit dem Alltagsbewußtsein nicht erfasst werden kann. Der Schamane versetzt sich willentlich und mit einem klaren Auftrag versehen in den schamanischen Bewußtseinszustand und unternimmt für den Anderen eine Reise in die Nichtalltägliche Wirklichkeit. Dort trifft er seine Krafttiere oder Lehrer, welche ihm zu den Antworten verhelfen.

Ethnologische Termini für Divination sind u.a. „das Sehen“, „Geisterschau“ oder „die Geister sehen“. Das „Sehen“ bezieht sich dabei auf alle Sinneswahrnehmungen: sehen, hören, fühlen, tasten, riechen, schmecken und sich mit den Geistern unterhalten.

„Diese ganze lange und anstrengende Zeremonie hat den Zweck, 〈ihn〉 in eine dauernde Verfassung zu verwandeln, in der man ´die Geister sehen´, das heißt an ihrer ´geisterhaften´ Natur teilnehmen kann.“

Zitat Mircea Eliade: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik; Rascher Verlag Zürich 1954, S.96

Der Begriff Divination ist hier klar zu unterscheiden von der Verwendung in Religions- und Literaturwissenschaft.

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Wann findet Divination Anwendung?
In der europäischen und außereuropäischen Geschichte kam Divination in verschiedenster Weise zum Einsatz: die Geister zeigten reiche Jagd- und Fanggründe an, die Prophetie sollte die Zukunft enthüllen (Vorhersagen), Herrscher konsultierten die Geister bei Fragen zum Ausgang militärischer oder politischer Auseinandersetzungen, durch den Geisterkontakt sollte der göttliche Wille erforscht werden.

Divination findet im neuzeitlichen Core-Schamanismus viel individualisierter Anwendung:

  • Herausfinden von (spirituellen) Krankheits- und Störungsursachen,
  • Hinweise auf anstehende Intervention (Behandlungsmethode)
  • Fragen zu Beruf, Partnerschaft, Lebensumfeld und Finanzen u.a.
  • Handlungsmöglichkeiten erfragen